Haftungsfrage während der Schulzeit???

Das hätte ich so auch nicht gewusst! Ein interessantes Beispiel eines Kollegens hat mir selbst mal wieder die Augen geöffnet, dass man nie alle Eventualitäten und Fälle kennen kann oder alles wissen kann.
Folgendes ereignete sich in der Schule: Ein Mitschüler schnipste mit dem Gummiband des Mäppchens einen Stift in das Auge einer Mitschülerin, die daraufhin eine dauerhafte Schädigung des Auges davon getragen hat.
Erster Gedanke: Klare Sache Haftpflicht der Eltern müsste zahlen.
Weit gefehlt, denn laut Rechtssprechung gilt: „Nach diesen Vorschriften ist der Schüler einer allgemeinbildenden Schule, der während des Schulbesuchs einen Schulunfall verursacht, indem er einen Mitschüler verletzt, zum Ersatz des Personenschadens nach dem Recht der unerlaubten Handlung (§§ 823 ff. BGB) nur verpflichtet, wenn er den Unfall vorsätzlich herbeigeführt hat. (Quelle Handelsblatt).“
Um das zu verstehen, erkläre ich kurz die Aufgabe einer Haftpflicht (bevor man pauschal auf die Versicherung schimpft):
1.) Prüfung ob Haftung vorliegt.
2.) a)Haftung liegt vor, prüfen ob versicherter Schaden.
b) keine Haftung, Forderung abwenden (Rechtsschutzfunktion der PHV).
3.) Leisten wenn versicherter Schaden – ablehnen wenn nicht versichert.

Im Beispiel der Schule gilt demnach Folgendes: Ohne Vorsatz keine Haftung und mit Vorsatz, Haftung aber keine Leistungspflicht der Versicherung.
Das bedeutet die Versicherung lehnt zu Recht Schäden während der Schulzeit ab, bei einem Personenschaden ab.
In der Freizeit wäre das bei dem Einschluß deliktunfähiger Kinder ein möglicher Leistungsfall.
Desto wichtiger ist auch die eigene Absicherung der Kinder mit einer privaten Unfallversicherung, da die Leistung der GRV den finanziellen Schaden nicht auffangen kann.
Haben Sie weitere Fragen zur Absicherung von Kindern oder der privaten Haftung können Sie mir eine Nachricht zukommen lassen mit diesem Kontaktformular.

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